Selbstbeteiligungen lohnen sich!

Eine Versicherung haben und dann trotzdem kleinere Schäden oder einen kleinen Teil eines größeren Schadens selbst bezahlen? Das klingt erst einmal wenig attraktiv, macht aber in vielen Fällen durchaus Sinn.

Eine Selbstbeteiligung in einem Versicherungsvertrag zu vereinbaren bedeutet, dass ihr alle Schäden bis zur Höhe der vereinbarten Selbstbeteiligung selbst bezahlt. Kleine Schäden zahlt ihr also meistens komplett alleine. Bei größeren Schäden zahlt ihr die Selbstbeteiligung und der Versicherer den Rest. Dafür bekommt ihr einen meistens recht attraktiven Beitragsnachlass.

Eine Selbstbeteiligung spart also zunächst einmal Geld!

Darüber hinaus solltet ihr generell darüber nachdenken, ob ihr tatsächlich jeden kleineren Schaden über eure Versicherung regulieren lassen möchtet. Versicherer sehen dies natürlich nicht gern, die Gründe dafür sind sogar nachvollziehbar:

    • Die Regulierung eines Schadens kostet Geld, da sie beim Versicherer Zeit mehrerer Mitarbeiter in Anspruch nimmt und somit Personalkosten verursacht. Je kleiner der Schaden, desto schlechter ist das Verhältnis von Verwaltungskosten zur tatsächlichen Schadenhöhe. Manchmal ist der Verwaltungsaufwand sogar teurer als der eigentliche kleine Schaden selbst.
    • Wer regelmäßig über Jahre hinweg Schäden über seinen Versicherer bezahlen lässt, erhält in der Summe meist deutlich mehr Leistungen, als Beiträge gezahlt wurden. Machen dies alle so, geht das also nicht lange gut! Das Prinzip Versicherung funktioniert also nur, wenn durchschnittlich nicht mehr Schäden verursacht werden, als Beiträge durch die Kunden eingezahlt wurden.

Aus diesen Gründen wird euch euer Versicherer euren Vertrag kündigen, wenn ihr regelmäßig und häufig kleine Schäden einreicht.  Dann ist es nicht mehr so leicht, einen neuen Versicherer zu finden.  Kaum ein Versicherer hat ein Interesse daran, einen wegen vieler Schäden gekündigten Kunden bei sich aufzunehmen.

Betrachtet eine Versicherung bitte nicht als eine „Kuh, die man regelmäßig melken kann“. Eine Versicherung ist dazu da, euch vor existenzbedrohenden finanziellen Risiken zu schützen. Sie soll also nur dazu dienen euch Schäden zu ersetzen, die ihr nicht selbst bezahlen könntet oder die euch finanziell wirklich stark schwächen würden.

Alles andere könnt ihr selbst bezahlen und euch die Beiträge für teure „Super rundum sorglos Tarife, in denen wirklich alles erdenklich enthalten ist“ sparen.

Und nun sind wir wieder am Ausgangspunkt des Beitrags. Ihr habt euch entschieden, dass ihr kleinere Schäden zukünftig selbst bezahlen werdet? Dann wählt einen Tarif mit einer Selbstbeteiligung und lasst euch dafür mit einem kräftigen Beitragsnachlass belohnen.

Wie hoch die Selbstbeteiligung ausfallen sollte, könnt nur ihr selbst einschätzen. Sie sollte immer so gewählt sein, dass ihr das Geld problemlos aufbringen könnt, auch wenn in einem Jahr vielleicht mehrmals ein Schaden eintritt.  Die Höhe der sinnvollen Selbstbeteiligung ist also sehr individuell.

Im Vergleichsrechner könnt ihr bei fast allen Versicherungen angeben, bis zu welcher Höhe eine Selbstbeteiligung für euch in Ordnung ist und euch dann die passenden Tarife anzeigen lassen.

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Vermisst ihr etwas in diesem Beitrag oder wünscht ihr euch einen Beitrag zu einem bestimmten Thema? Auch dann freue ich mich über euer Feedback!

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1 Antwort

  1. Februar 6, 2020

    […] ohnehin nicht über deine Wohngebäudeversicherung bezahlen lassen. Warum das so ist, habe ich hier schon einmal […]

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