Wohngebäudeversicherung – So schützt du dein Lebenswerk

Ein eigenes Haus ist wahrscheinlich die größte Investition deines Lebens und gleichzeitig dein Lebenswerk. Dein Haus ist der Ort deiner Familie. Hier wachsen deine Kinder auf, hier kommen dich deine Kinder besuchen, wenn du alt bist.

Hört sich gut an? Finde ich auch! Damit es auch so kommt, gilt es, die finanziell riskantesten Unwägbarkeiten so weit wie möglich auszuschalten. Schließlich willst du ja nicht dein Leben lang für dein Haus arbeiten, damit es am Ende doch nichts wird.

Die größten finanziellen Risiken für Eigenheimbesitzer sind

  • Arbeitslosigkeit
  • Berufsunfähigkeit
  • Trennung / Scheidung
  • Tod des Ehe-/Lebenspartners
  • unerwartete und unumgängliche Sanierungen
  • Beschädigung des Hauses

Du kannst nicht alle finanziellen Risiken des Lebens vollständig ausschalten. Einige Risiken nehmen dir Versicherungen ab, für andere kannst geschickt vorsorgen und so die Folgen gering halten. Dazu ein anderes Mal hier im Blog mehr.

Heute kümmern wir uns um den letzten Punkt, die Beschädigung des Hauses. Dieses Risiko nimmt dir eine Wohngebäudeversicherung ab. Wie das funktioniert, schauen wir uns nun genauer an.

 

Wofür brauche ich eine Wohngebäudeversicherung?

Eine Wohngebäudeversicherung ersetzt dir Schäden an deinem Haus durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel. Dies sind zunächst auch die größten Risiken, denen dein Haus ausgesetzt ist. Mit weiteren Bausteinen kannst du z. B. auch noch Schäden durch Überschwemmung, Rückstau und Schneelast (die sogenannte Elementarversicherung) oder Schäden an deinen Fenstern (Glasversicherung) versichern.

Die Wohngebäudeversicherung zahlt dir in diesen Fällen die Reparatur des Schadens, und bei vollständiger Zerstörung des Hauses natürlich auch den Wiederaufbau deines Hauses in einem gleichwertigen Zustand.

 

Was übernimmt die Wohngebäudeversicherung nicht?

Nicht versichert sind in der Regel Schäden durch Verschleiß und Abnutzung und Schäden, die nicht durch Feuer, Leitungswasser, Sturm oder Hagel verursacht wurden. Ist also deine Heizung aufgrund von Altersschwäche defekt und muss ersetzt werden, ist dies kein Fall für deine Wohngebäudeversicherung. Das musst du leider selbst zahlen.

 

Was ist in einer guten Wohngebäudeversicherung enthalten?

Einen Grundschutz für Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel bietet heutzutage jede Wohngebäudeversicherung. Darüber hinaus sind die Versicherer sehr kreativ und bieten eine Vielzahl zusätzlicher Leistungen an, die du in deinen Vertrag einschließen kannst. Einiges davon ist sehr sinnvoll, anderes wiederum kostet eigentlich nur Geld und bringt nicht viel.

Grundsätzlich solltest du nur das versichern, was du selbst nicht bezahlen könntest oder nicht dazu bereit bist. Das ist eine sehr einfache und gleichzeitig mächtige Faustregel, um unnötigen Versicherungsschutz zu vermeiden.

In einer guten Absicherung für dein Haus sollte folgendes enthalten sein:

  • Grundschutz aus Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel
  • Elementardeckung für Schäden durch Überschwemmung, Starkregen, Rückstau und Schneelast
  • eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht, wenn nicht in deiner Privathaftpflicht enthalten
  • eine Haftpflicht für deinen Öl- oder Gastank, wenn vorhanden und nicht in deiner Privathaftpflicht enthalten
  • Schäden, die grob fahrlässig herbeigeführt wurden, sollten unbedingt in voller Höhe mitversichert sein

Das reicht schon. Mehr brauchst du nicht, um den finanziellen Supergau zu verhindern.

Auf eine Glasversicherung kannst du verzichten, wenn du die Reparatur beschädigter Fensterscheiben auch selbst bezahlen kannst.

Nicht unbedingt notwendig, aber auch nicht unsinnig sind Bausteine für „unbenannte Gefahren“. Diese Bausteine sorgen dafür, dass auch Schäden, die nicht im Grundschutz oder der Elementarversicherung enthalten sind, ebenfalls ersetzt werden. Das ist nicht so einfach greifbar,  daher mal ein Beispiel:

Draußen ist es sehr windig, sodass dein Fahnenmast im Garten umstürzt. Unglücklicherweise fällt der Fahnenmast auf dein Haus und beschädigt das Dach und ein Fenster. Deine Wohngebäudeversicherung wird den Schaden jedoch nicht ersetzen, da die Windstärke unter 8 lag und somit kein Sturm herrschte. Hier greift dann der Baustein für die „unbenannten Gefahren“. Diesem Baustein ist es egal, ob der Fahnenmast durch Sturm oder ein anderes Ereignis umgefallen ist und du erhältst den Schaden ersetzt.

Es gibt aber bei diesen Deckungen für „unbenannte Gefahren“ dennoch Dinge, die nicht versichert sind. Das ist je Versicherer etwas unterschiedlich, grob zusammengefasst ist meistens nicht enthalten:

  • Krieg, Terror, Kernernergie
  • vorsätzlich herbeigeführte Schäden
  • Schäden durch wild lebende Tiere
  • Schäden durch Alterung, bzw. Abnutzung einer Sache

 

Wohnflächentarif oder Tarif mit Versicherungssumme

Wohngebäudeversicherungen werden entweder nach Quadratmetern Wohnfläche oder nach einer Versicherungssumme berechnet. Bei einem Quadratmetertarif gibst du nur deine Wohnfläche korrekt an, das war’s. Bei einem Tarif mit Versicherungssumme musst du ermitteln, was das Haus wert ist. Dies geht relativ leicht mit der Berechnungshilfe im Vergleichsrechner. Dennoch bleibt hier immer ein Restrisiko, dass die Versicherungssumme nicht korrekt ermittelt wurde und das Haus unterversichert ist. In diesem Fall erhältst du im Schadenfall trotzdem Geld, jedoch nicht mehr in voller Höhe. Ich empfehle daher einen Tarif auf Basis der Wohnfläche. Diese ist viel leichter zu ermitteln und meistens aus den Bauunterlagen des Hauses schon verfügbar.

In beiden Varianten garantieren dir die Versicherer, dass der Schaden unabhängig von den Kosten in voller Höhe ersetzt, bzw. das Haus wieder aufgebaut wird. Das nennt man Unterversicherungsverzicht. Voraussetzung für den Unterversicherungsverzicht ist aber, dass die Wohnfläche korrekt angegeben wurde, bzw. die Versicherungssumme korrekt ermittelt wurde. Hier solltest du also exakt sein!

 

Mit oder ohne Selbstbeteiligung?

Ich empfehle dir ganz klar einen Tarif mit Selbstbeteiligung. Das spart Geld und du solltest kleine Schäden ohnehin nicht über deine Wohngebäudeversicherung bezahlen lassen. Warum das so ist, habe ich hier schon einmal erklärt.

 

Warum ist es so wichtig, dass auch „grobe Fahrlässigkeit“ mitversichert ist?

Durch Unachtsamkeit oder ein Versehen kann es passieren, dass du oder deine Familienmitglieder einen Schaden an deinem Haus verursacht. Hier unterscheidet man zwischen fahrlässig herbeigeführten Schäden und grob fahrlässig herbeigeführten Schäden. Alles Klar? Nein? Kein Wunder, die Abgrenzung ist extrem schwammig, gesetzlich nicht eindeutig geregelt und muss im Schadenfall meist von einem Gericht entschieden werden.

Ich versuche es mal mit einer Definition, sie wird dir aber nicht viel helfen:

Einfache Fahrlässigkeit besteht prinzipiell beim Verursachen eines Schadens aufgrund einer kurzen, spontanen Unachtsamkeit („Das kann ja mal passieren.“). Als grobe Fahrlässigkeit wird dagegen ein Verhalten eingestuft, mit dem eine Person durch deutliches Vernachlässigen der Sorgfalt einen Schaden verursacht.

Sind grob fahrlässig herbeigeführte Schäden nicht in voller Höhe mitversichert, wird dein Versicherer die Entschädigung kürzen. Die Kürzung erfolgt im Verhältnis der Höhe deines Verschuldens. Spätestens hier wird klar, dass niemand diese Frage mit seinem Versicherer diskutieren möchte. Darum solltest du auch keinen Vertrag wählen, der grobe Fahrlässigkeit nicht ohne Einschränkungen mitversichert.

 

Ich weiß nun, was ich möchte. Wie komme ich nun zu einem guten Vertrag?

Am besten nutzt du den Vergleichsrechner. Dort kannst du alle Daten zu deinem Haus eingeben und auch genau auswählen, was in deinem Versicherungsschutz alles enthalten sein soll. Anhand deiner Angaben sucht dir der Vergleichsrechner zu deinen Anforderungen passende Angebote. Wähle einen Tarif aus, der günstig ist und deinen Anforderungen entspricht. Anschließend werden noch weitere Daten zu dir und deinem Haus abgefragt. Alles eintragen, abschicken und fertig! Nach einer bis drei Wochen erhältst du deinen Versicherungsschein von deinem Versicherer.

 

Mein Haus ist schon versichert. Wie kann ich wechseln?

Das ist ganz einfach. Finde zunächst heraus, zu welchem Termin deine alte Wohngebäudeversicherung gekündigt werden kann. Es gibt mehrere Möglichkeiten, den Vertrag zu kündigen. Hier findest du heraus, welche Möglichkeiten zur Kündigung für dich in Frage kommen. Du kannst dich auch direkt bei deinem alten Versicherer erkundigen, zu welchem Termin du den Vertrag kündigen kannst. Deine neue Versicherung lässt du an dem Tag beginnen, an dem dein alter Vertrag endet. Im Vergleichsrechner kannst du auswählen, wann dein neuer Vertrag beginnen soll.

Bitte kündige deinen alten Vertrag erst, wenn du den Versicherungsschein für deinen neuen Vertrag erhalten hast! Sollte dein neuer Vertrag wider erwarten doch nicht zustande kommen, bist du weiterhin über deinen alten Vertrag versichert. Hättest du diesen bereits gekündigt, müsstest du den Versicherer um eine Rücknahme der Kündigung bitten. Dieser wird meistens zustimmen, muss es aber nicht. Geh also auf Nummer sicher und kündige erst, wenn der neue Vertrag steht.

 

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